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Seit jeher verspürte ich eine lebhafte Begeisterung für Musik und Rhythmus. Durch mein Elternhaus, in welchem Musik im Allgemeinen immer schon große Bedeutung hatte, kam ich von Anfang an in Kontakt mit verschiedenster Art von Musik, doch den Hauptteil bildeten Klassik, Jazz, Ethnisches aus fernen Ländern und nicht zu vergessen die Beatles…
Jeder spielte mindestens ein Instrument, ich selbst hatte mich in meiner Jugendzeit vor allem dem Schlagzeug- und Perkussions-Spiel, anschließend noch der Harmonielehre am Piano gewidmet. Es wurde oft und gerne gemeinsam musiziert, wir besuchten diverse Konzerte, Operetten und Opern.
Da meine Mutter und ihre Schwester aktive Mitglieder in Oper- und Orchestervereinen waren, gab es dazu regelmäßig Gelegenheit. Doch seit ich mich erinnern kann übten vor allem elektronisch erzeugte Klänge eine nahezu magische Faszination auf mich aus…
Anfangs waren es noch hauptsächlich Klänge der Heimorgeln, die mein Vater allzumeist stundenlang spielte, denen ich fasziniert und wie gebannt zuhörte, immer wenn ich mit ihm in einem Musikhaus zum Abholen reparierter Instrumente oder bestellter Notationen war.
Einige Jahre später hatte ich dann durch meinen ältesten Cousin ersten Kontakt mit der Musik von ELO und Kraftwerk, deren Klänge mich sehr beeindruckten. Bald darauf entdeckte ich die atmosphärischen Klänge von Jean-Michel Jarre und Ende der 80er Jahre des letzten Jahrtausends den spacigen Sound von the Shamen. Ab dieser Zeit war es klangtechnisch gesehen um mich geschehen:
Ich hatte gewissermaßen in musikalischer Hinsicht die „Liebe meines Lebens“ gefunden!
Meine Tonträgersammlung wuchs fortan immer mehr. Ich stöberte in Platten- und CD Läden nach dem Sound meiner Begierde. Ab Anfang der 90er Jahre begann ich vermehrt an den Wochenenden auszugehen, soweit dies damals in süddeutscher Bodensee-Provinz möglich war, um Locations wie das „Douala“ in Ravensburg oder das „Dome“ in Lindau am Bodensee aufzusuchen. Dort wurde elektronische Musik seit Jahr und Tag zelebriert. Gemeinsam mit Freunden tanzte ich so manche Nacht in diesen Clubs durch… Ich tauchte ein in diese Welt aus Klangtexturen, Rhythmus und Tanz. Rasch lernte ich die verschiedenen stilistischen Richtungen, Soundprojekte und Bands, sowie die spezifischen Repertoires der entsprechenden Musik-Labels kennen. Leidenschaftlich, und der Sache völlig verfallen befasste ich mich über die Jahre eingehend mit der Thematik „Musik aus Strom“, hielt mich über Neuerscheinungen meiner Liebligslabels auf dem Laufenden, sah mir damals auf VIVA die Sendung „Housefrau“ (ein Magazin speziell für elektronische Musik, das leider viel zu bald eingestellt wurde), hörte im Radio „FM4“ welcher bevorzugt elektronische Musik in ihrer ganzen Vielfalt spielte…
Im Laufe der Zeit kristallisierten sich einige bestimmte Stilrichtungen heraus für die ich besondere Vorliebe empfand. Diese waren: Ambient, Trip Hop, alles von Deep House bis Techno, Trance, Psy Trance, aber auch atmosphärischer Breakbeat Sound.
Tief im Herzen wusste ich, diese Klangwelten wollte ich für mich selbst erkunden und erschließen… mehr noch, ich verspürte den unnachgiebigen Drang mich selber in diese musikalischen Gefilde zu begeben, um eigene Musik mit elektronischen Instrumenten zu erschaffen.
Die Idee, nun endlich eigene Sounds und Tracks zu produzieren, wuchs stetig in meinem Geist… sie ließ mich gewissermaßen nicht mehr los. Dann schließlich, im Jahr 1996 war es soweit:
Ich pilgerte von einem Musik-Fachgeschäft ins nächste, unterhielt mich mit Fachpersonal, begann Spezialmagazine für elektronische Musikinstrumente und andere Fachliteratur zu studieren, um mich mit Themen wie „Midi“, „Sequenzer“, „elektronische Klangsynthese“, sowie den zu alldem notwendigen tontechnischen Hintergründen zu belesen…
Nach einer Orientierungsphase begann ich, mit finanziellen Mitteln die ich mir während meiner Schulzeit in regelmäßigen Ferienjobs erarbeitet hatte, erstes Sound-Equipment zusammenzustellen. Mit einem Atari megaSTE und Creator-Sequenzer, einem relativ alten digitalen Drum-modul, dem JX-3P Synthesizer von Roland, dem CS-1X Synthesizer von Yamaha, einem Effektgerät und einem 16-Kanal Mischpult begab ich mich also auf meine Reise ins „Universum der elektronischen Klänge“.
Ich bastelte von nun an in meiner gesamten Freizeit an Klängen und deren Gestaltung. Besonders fasziniert und vom Sound angezogen war ich von der „analog-substraktiven Klangsynthese“. Durch Zuhilfenahme eines Oszilloskops konnte ich die elektronisch erzeugten Wellenformen sichtbar machen und lernte genau zu verstehen wie Klänge entstehen, beziehungsweise wie sie sich verhielten. Das war immer überaus spannend und interessant! Somit konnte ich meine Ideen bezüglich der Klanggestaltung immer effizienter umsetzen. Ziemlich schnell entstanden die ersten Tracks, denn ich hatte immer eine genaue Vorstellung wo ich stilistisch mit einem jeweiligen Stück hinwollte.
Das mir zur Verfügung stehende Equipment erweiterte ich Stück für Stück um weitere Synthesizer, Soundmodule, Effektgeräte und baute somit meine klanglichen Optionen immer mehr aus.
Mein ältestes Projekt, an dem außer mir selbst noch weitere Personen beteiligt waren, „Lambda400“, entstand als ich Ende 1997 einen sehr ambitionierten und fähigen Gitarristen kennen lernte. Wenig später kam seine ebenfalls sehr musikbegeisterte Schwester als Singstimme hinzu. Wir hatten total viel Freude an unserer Soundbastelei und verbrachten viel Zeit miteinander…
Parallel dazu entstanden weitere Projekte die sich jeweils mit verschiedenen stilistischen Richtungen der elektronischen Musik befassten. An einigen waren zeitweise Gastmusiker, oder ebenfalls feste Mitglieder beteiligt, andere wiederum gestaltete ich in der gesamten Produktion komplett selbst.
Zu keinem Zeitpunkt wollte ich mich bezüglich Stil und Richtung musikalisch beschränken oder einengen, da es so unglaublich viele spannende und interessante Ausprägungen innerhalb der elektronischen Musik gibt die gleichermaßen meine Begeisterung fanden.
Ich wollte stets in einigen verschiedenen Bereichen dieser Musik soundtüftlerisch tätig sein, einer Leidenschaft der ich übrigens bis heute treu geblieben bin…
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